 |
Nesselsucht
Was ist Nesselsucht?
Nesselsucht (Nesselfieber, Quaddelsucht, Urtikaria) ist eine sehr häufig vorkommende Hauterkrankung. Ein großer Teil der Bevölkerung hatte mindestens einmal im Leben die Nesselsucht. Die Ursachen sind sehr unterschiedlich und die Krankheit kommt in allen Alterklassen vor,
sowohl bei Männern als auch bei Frauen.
Symptome der Nesselsucht
Nesselsucht ist ein sich in sehr kurzer Zeit entwickelnder, oft stark juckender Hautausschlag, der beginnt mit roten Flecken und danach in geschwollene, blasse Schwellungen übergehen kann. Die verschiedenen Flecken können sich möglicherweise zu einem großen Gebilde zusammenfügen. Typisch ist, daß diese Flecken innerhalb weniger Stunden verschwinden können und danach an anderen Stellen wieder auftreten.
Nesselsucht ist nicht ansteckend. Im Grunde genommen ist es eine Feuchtigkeitsanhäufung (Ödem) in der obersten Lage der Haut. Die kleinen Haargefäße in der Haut erweitern sich (rote Phase) und danach gelangt die Feuchtigkeit ins Gewebe (blasse Phase). Diese Flecke nennt man Urkitaria oder Quaddeln. Diese Quaddeln haben keine bevorzugten Stellen, sie kommen sowohl auf Armen, Beinen, am Rumpf sowie im Gesicht vor. Obwohl diese Flecke manchmal mit Blasen verwechselt werden besteht doch ein deutlicher Unterschied: es ist keine Sprache von mit Feuchtigkeit gefüllten Blasen.
Manchmal sind bei der Nesselsucht auch die Augenlider, die Zunge oder die Mundschleimheit geschwollen. Das nennt man Angio-Ödem. Das Angio-Ödem ist eigentlich dasselbe wie die Nesselsucht, jedoch die Feuchtigkeitsanhäufung findet tiefer in der Haut statt, in einem Gewebe, was sich einfacher ausdehnt. Hier kann es länger dauern bis die Schwellung wieder zurückgeht (bis zu einigen Tagen). Die sichtbare Reaktion auf der Haut ist im allgemeinen sehr unangenehm, jedoch nicht ernsthaft, weil die Haut sich wieder vollkommen regeneriert, meistens innerhalb von wenigen Stunden. Die anfangs stark juckenden Flecke verschwinden langsam wieder. Wenn die Nesselsucht immer wieder auftritt oder über einen längeren Zeitraum anhält (ab 6 Wochen), spricht man von chronischer Nesselsucht.
Ursachen der Nesselsucht
Nesselsucht hat meistens allergische Ursachen. Beim Entstehen der Nesselsucht spielt Histamin eine wichtige Rolle. Histamin bewirkt, daß sich die Gefäße erweitern und stimuliert in der Haut befindliche Nerven. So kommt es zur typischen Rötung und den Juckreiz. Bei der Berührung mit einer Brennnessel entsteht eine Urtikaria, weil die Zellen der Brennnessel Histamin enthalten (der Lateinische Name für die Brennnessel ist übrigens auch Urtikaria). Koniferen enthalten auch Histamin.
Außer Histamin spielen beim Entstehen der Nesselsucht auch andere körpereigene Stoffe eine Rolle. Diese Stoffe befinden sich in bestimmten „Lagerstellen“ (Mastzellen), die unter Einfluß von Reizen freigegeben werden. Solche Reize können u.a. sein: das Einnehmen von Medikamenten oder Nahrungsmitteln, psychische Faktoren, aber auch Infektionen, übermäßige körperliche Anstrengungen oder die Einwirkung von Sonnenstrahlen auf die Haut. Oft sind die Ursachen der Reize nicht bekannt und ist es auch nicht möglich, diese eindeutig zu ermitteln. Es können mehrere Reize zugleich einwirken. Normalerweise entsteht durch diese Reize keine Reaktion. Verläuft dieser Prozeß weniger gut, dann kann Nesselsucht entstehen.
Reaktionen werden in folgende Gruppen eingeteilt:
- Allergie vor Medikamenten wie schmerzstillende Medikamente und Antibiotika
- Akute oder chronische Infektionen, die vor allem durch Bakterien verursacht werden
- Physische Reize wie Kälte, Wärme, Sonnenstrahlen, körperliche Anstrengung usw.
- Allergie vor Lebensmittelzusätzen wie z.B. Konservierungs-, Geschmacks- und Farbstoffe
- Allergie vor Nahrungsmitteln wie z.B. Schaltiere und bei kleinen Kindern vor Milch, Ei und Soja
- Allergie vor Produkten wie Lösemittel und Hautschuppen von Tieren
- Allergie vor Insektenstichen von Bienen, Flöhen, Mücken usw.
Bei Flöhen und Mücken ist es eine allergische Reaktion auf Eiweiß im Speichel dieser Tiere.
Bei Bienen- und Wespenstichen ist es ein Gift was ebenfalls Histamin enthält.
- Interne Krankheiten wie Hormonstörungen und Stoffwechselerkrankungen
- Kontakte der Haut mit bestimmten Stoffen
In manchen Familien kommt Nesselsucht öfter vor als normal. Das ist möglich bei Urtikaria-Typen wie z.B. Kälte-Urtikaria
und Sonnen-Urtikaria. Auch das Syndrom von Schnitzler und das Syndrom von Muckle-Wells werden als seltsame, aparte
Urtikaria-Syndrome betrachtet.
Behandlung der Nesselsucht
Bei chronischer Nesselsucht (die länger als 6 Wochen anhält) können weitere Untersuchungen nötig sein.
Die wichtigste Informationsquelle ist der Patient selbst. Seine Auskünfte sind ausschlaggebend, welche
möglichen Ursachen untersucht werden müssen. Die Anzahl der möglichen Ursachen ist unbegrenzt im
Gegensatz zu den Tests, die ausgeführt werden können. Erfolg kann man erst dann erzielen, wenn man
eine Idee hat, was die Ursache sein könnte. Die Wahrnehmungen des Patienten haben hierbei einen viel
größeren Stellenwert als Allergie-, Haut- oder Immunoglobuline (IgE) Tests.
Nesselsucht wird durch Ärzte schnell erkannt. Wenn Sie das erste Mal mit Nesselsucht den Arzt aufsuchen
wird er Sie fragen über die meist vorkommenden Ursachen. In vielen Fällen kommen in diesem Gespräch
bereits mögliche Ursachen zum Vorschein ohne das weitere Untersuchungen erforderlich sind. Außerdem
geht die Nesselsucht oft innerhalb von 1 oder 2 Wochen vorüber. Bis zu dieser Zeit können die Beschwerden,
abhängig von der Stärke der Erkrankung, mit einem medizinischen Hilfsmittel wie z.B. Gentle oder Intensive
Spray behandelt werden.
Dr. Martin Schiele empfiehlt: Intensive Spray of Gentle Spray
« Zurück zur Übersicht |
 |